In Deutschland hat jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. In größeren Unternehmen war es lange üblich, den Mitarbeitern über eine sogenannte Direktzusage Betriebsrenten zu zahlen. Inzwischen ist es jedoch eher so, dass die Arbeitgeber die Betriebsrenten über Pensionskassen oder Direktversicherungen laufen lassen.

Das Prinzip der Betriebsrente

Ein Teil des Bruttogehalts wird in die betriebliche Vorsorge eingezahlt. Dieser Betrag bleibt bis zu der Summe von 2.688,- € steuer- und sozialabgabenfrei. Auch der Arbeitgeber spart, wenn ein Mitarbeiter die Betriebsrente nutzt, da er keine Sozialbeiträge auf den eingezahlten Lohnanteil leisten muss. Erst bei Eintritt ins Rentenalter werden Abgaben und Steuern fällig. So ist das Modell der Betriebsrente für Arbeitnehmer und Arbeitgeber scheinbar eine lukrative Sache. Aber das ist nicht immer der Fall.

Vergleich der verschiedenen Tarife im Magazin Öko-Test

Im Juni 2012 veröffentlichte das Magazin Öko-Test eine Untersuchung von über 180 verschiedenen Tarifen von Pensionskassen und Direktversicherungen. Durchleuchtet wurden fondsgebundene und klassische Tarife. Das Ergebnis dieser Studie war eher ernüchternd.

Bei der klassischen Form der Betriebsrente wird in der Regel nur ein Garantiezins von 1,75 % auf den Sparanteil der Einzahlung festgeschrieben. Einige Versicherer garantieren in ihren Verträgen nicht einmal den Kapitalerhalt, so dass das Risiko für den Arbeitnehmer besteht, bei Renteneintritt weniger Geld ausgezahlt zu bekommen, als eingezahlt wurde. Solch ein Verlustgeschäft ist auch juristisch bedenklich, da nach heutiger Gesetzeslage der Arbeitgeber dafür gerade stehen muss, dass am Ende der Ansparzeit das eingezahlte Kapital auch wieder ausgezahlt wird.

Betriebliche Altersvorsorge mit Fonds für jüngere Arbeitnehmer

Laut Öko-Test ist die fondsgebundene Betriebsrente eher geeignet für jüngere Arbeitnehmer, die über einen längeren Zeitraum ansparen können. Diese können Börsenschwankungen leichter ausgleichen. Die Rendite der fondsgebundenen Verträge können durchaus höher liegen als die der klassischen – doch hierfür gibt es keine Garantie. Das Magazin rät in seiner Untersuchung älteren Arbeitnehmern ab, diese Tarife zu wählen, da die Laufzeiten oftmals nicht ausreichen, um eine angemessene Rendite zu erwirtschaften.

Fazit: Eine Betriebsrente ist für viele Arbeitnehmer unverzichtbar, um Versorgungslücken zu schließen. Vor Abschluss eines Vertrages sollte man sich jedoch gut informieren und beraten lassen.

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