Der Durchschnitts-Arbeitnehmer in Deutschland wechselt alle fünf bis sechs Jahre seinen Arbeitsplatz. Dass jemand, wie früher üblich, von der Ausbildung bis zur Rente bei ein und demselben Arbeitgeber bleibt, ist heute die Ausnahme. Was passiert also bei einem Jobwechsel mit der betrieblichen Altersvorsorge?

Portabilität der Betriebsrente

Da Arbeitnehmer heutzutage häufig ihren Job wechseln, ist die Portabilität der Betriebsrente – also die Mitnahme der betrieblichen Altersvorsorge zum neuen Arbeitgeber – ein wichtiges Thema. Grundsätzlich ist die Übertragung der betrieblichen Altersvorsorge bei einem Jobwechsel einvernehmlich – also mit der Zustimmung des alten und neuen Arbeitgebers – möglich.

Für die externen Durchführungswege gilt sogar eine gesetzliche Garantie für die Übertragung der betrieblichen Altersvorsorge. Bei den internen Durchführungswegen kann der Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres die Übertragung der Betriebsrente vom alten Arbeitgeber verlangen, allerdings beschränkt die gesetzliche Regelung den Übertragungswert auf die geltende Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (2020 82.800,- €).

Dabei sind zwei unterschiedliche Möglichkeiten die betriebliche Altersvorsorge zu übertragen denkbar: Entweder der neue Arbeitgeber übernimmt den alten Vertrag und führt ihn weiter, oder das bisher angesparte Kapital wird auf eine neue Police beim neuen Arbeitgeber übertragen.

Bei dieser Übertragung können eventuell Kosten entstehen, die der Arbeitnehmer selbst übernehmen muss. Und obwohl die Portabilität der Betriebsrente im Grunde gut verankert ist, haben die Unternehmen bei der praktischen Umsetzung teilweise Probleme.

Jobwechsel: Freiwillige Branchenlösung

Um diesen Problemen entgegenzusteuern und die Übertragung der betrieblichen Altersvorsorge zu vereinfachen, gibt es ein spezielles Übertragungsabkommen, dem die meisten Versicherungsgesellschaften auch beigetreten sind.

Dieses ist überaus arbeitnehmerfreundlich gestaltet und kulanter als die gesetzlichen Vorgaben: So verzichten die Versicherungsgesellschaften bei einer Übertragung der Betriebsrente auf erneute Abschlusskosten, eine neue Gesundheitsprüfung und auf Abzüge von der Sparsumme.

Außerdem ignoriert dieses Übertragungsabkommen die gesetzliche Beschränkung des Übertragungswertes, sodass eine Übertragung der Betriebsrente in unbegrenzter Höhe und zeitlich unbeschränkt möglich ist. Zudem sollen normierte Formulare die Abwicklung vereinfachen.

Aufgrund der Komplexität der Entgeltumwandlung können trotz dieses Übertragungsabkommens Probleme auftreten. Daher sollte man sich im Falle eines Jobwechsels vor der Übertragung der Betriebsrente betraten lassen und anschließend prüfen (lassen), ob auch wirklich alle bereits erworbenen Ansprüche an Bord sind.