Das vorher geltende Freiwilligkeitsprinzip in Bezug auf die betriebliche Altersvorsorge wurde abgeschafft. Jedes Unternehmen muss seither – unabhängig von der Größe – die betriebliche Altersvorsorge anbieten.

Arbeitgeber haften für den Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge

Alle gesetzlich rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer haben gegenüber dem Arbeitgeber den Anspruch auf Entgeltumwandlung – auch Arbeitnehmer in Teilzeit und geringfügig Beschäftigte. Sollte ein Arbeitgeber seiner Pflicht nicht nachkommen, die betriebliche Altersvorsorge anzubieten, geht er ein hohes Haftungsrisiko ein.

Experten empfehlen mehr Aufklärung für Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer zum Thema betriebliche Altersvorsorge und die damit verbundenen Pflichten. Vor allem Arbeitnehmer kennen ihren Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge häufig nicht oder nur ungenügend. Die Unternehmen nehmen ihre Pflicht hinsichtlich der Betriebsrente oftmals nicht wahr. Denn sie befürchten Kosten und Aufwand bei der Einrichtung.

Den Arbeitgebern ist dabei häufig nicht bekannt, inwieweit sie gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen, wenn sie keine betriebliche Altersvorsorge anbieten oder ihre Mitarbeiter ungenügend aufklären. Die entsprechenden Festlegungen finden sich im § 1 Betriebsrentengesetz, der den Anspruch der Arbeitnehmer auf die Einrichtung der Entgeltumwandlung festlegt.

Vorteile für Arbeitnehmer und Unternehmen

Die Arbeitnehmer sparen durch eine betriebliche Altersvorsorge Steuern und Sozialabgaben. In günstigen Fällen werden sie um mehr als 50 % bei den Altersvorsorgeaufwendungen entlastet. Sollte das Unternehmen die bAV nicht anbieten, leidet die Belegschaft unter einem Vermögensschaden, für den die Firmenleitung haftbar ist.

Dabei profitiert das Unternehmen ebenso von der betrieblichen Altersvorsorge, denn es spart den Anteil an Sozialversicherungs-Beiträgen, meist zu rund 20 % der Entgeltumwandlung. Auch dieser Fakt ist vielen Firmen- und Personalchefs zu wenig bekannt oder wurde nur ungenügend berechnet.

Das muss nicht verwundern, die Materie ist sehr komplex. Daher ist jedem Unternehmen ein rechtskonformer Beratungsprozess zu empfehlen, um Haftungsrisiken wegen Pflichtverletzungen auszuschließen.